In Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass wir verbunden sind, auch wenn wir uns körperlich distanzieren sollten. Unser Wohlbefinden im Alltag ist stark von der Interaktion mit anderen abhängig. Deshalb habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie mit Kommunikation Nähe geschaffen werden kann.

Meiner Erfahrung nach kann Kommunikation viele Türen öffnen und verbindend sein. Sie schafft – unpassend angewendet – aber auch eine grosse Distanz und Unsicherheit zwischen Menschen.

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Paul Watzlawick

Da wir also ständig kommunizieren, tun wir das sehr oft unbewusst. Wir kommunizieren in der Regel nicht empathisch sondern eher impulsiv und sind dabei auf uns selbst fokussiert.

Kennst du diese Momente mit Freunden oder der Familie am Tisch?

Ein Thema wird angesprochen und alle äussern ihre Meinung dazu. Keine*r geht dabei jedoch auf das Gesagte von jemand anderem ein. So entsteht oft ein Schlagabtausch von Meinungen, die Gefühle und Bedürfnisse, die zu diesen Meinungen geführt haben, bleiben meist unerkannt. Der Abend mag unterhaltsam gewesen sein, hat wahrscheinlich aber nicht zu einer näheren Beziehung zwischen den Personen beigetragen.

Dieses besagte Muster vom Schlagabtausch ist tief in unseren Kommunikationsmustern verankert und so verhalten wir uns auch in Gesprächen mit der besten Freundin, unserem Kind und dem Partner meist nicht empathisch. Nicht weil wir es nicht möchten, sondern weil wir es nicht gelernt haben.

 

Durch empathische Kommunikation entsteht Vertrauen und Nähe

Mit Hilfe dieser drei Schritte kannst du empathisch auf dein Gegenüber eingehen und Nähe schaffen.

1) Das Erste und Wichtigste ist, dass wir fokussiert zuhören. Das tun wir, indem wir uns ausschliesslich auf unser Gegenüber konzentrieren und ganz genau hinhören. Das Gehörte nehmen wir somit bewusst auf und verarbeiten die erhaltenen Informationen.

Wenn wir fokussiert zuhören, wertschätzen wir unser Gegenüber und schaffen so eine vertrauensvolle Basis für die Kommunikation.

2) Nachdem unser Gegenüber fertig gesprochen hat, gehen wir auf das Gesagte ein. Dies können wir tun indem wir zum Beispiel nachfragen, wenn wir etwas nicht verstanden haben. Wir können auch das Gehörte mit unseren eigenen Worten wiederholen und so verdeutlichen, wie wir das Geäusserte aufgenommen haben. Das mag auf den ersten Blick etwas kompliziert erscheinen, ist jedoch hilfreich, wenn wir unser Gegenüber richtig verstehen wollen.

Das Kommunikationsquadrat von Friedemann Schulz von Thun verdeutlicht, wie komplex jede einzelne Aussage ist. Dadurch, dass wir jeweils auf 4-Ebenen wirksam sind, gibt es einiges was beim Empfänger anders ankommen kann als vom Sender gewollt.

Nachfragen oder zusammenfassen was wir gehört haben hilft uns, besser zu verstehen und Missverständnisse zu vermeiden. 

3) Nachdem wir verstanden haben, was unser Gegenüber gesagt hat, versuchen wir die Gefühle und Bedürfnisse hinter der Aussage zu erkennen.

Dies können wir tun indem wir noch einmal nachfragen. Dieses mal in Bezug auf die Gefühle oder Bedürfnisse. Wir können auch unsere eigene Annahme des Bedürfnisses oder Gefühls in einer Frage oder Aussage formulieren.

Wenn wir die Gefühle und Bedürfnisse unseres Gegenübers wahrnehmen, schaffen wir echte Nähe. 

 

Ein kurzes Beispiel wie du mit Kommunikation Nähe schaffst

A sagt: „Mein Kind war heute so anstrengend, ich konnte einfach keine Geduld aufbringen.“

B hört zuerst aufmerksam zu und sagt dann: „Habe ich das richtig verstanden, du hast dein Kind heute als anstrengend empfunden, weil du nicht so geduldig sein konntest wie du das normalerweise bist?“.

A sagt: „Ja ich weiss auch nicht was mit mir los war. Irgendwie fühlte ich mich schon den ganzen Tag gestresst und C. war so aktiv und wollte ständig etwas von mir. Das hat mich ehrlich gesagt ein bisschen überfordert.“

B hört wieder zu und sagt dann: „Du hattest also einen dieser Tage, an denen man einfach gestresst ist und gar nicht so richtig weiss weshalb. Kann es sein, dass du dir einfach ein paar Momente der Ruhe für dich alleine gewünscht hättest?“

A sagt: „Ja du hast recht. Ich muss mir unbedingt wieder einmal eine Auszeit gönnen und einen Abend für mich alleine reservieren.“

B hat also genau zugehört findphonebase.ca , nachgefragt und das Gehörte wiederholt. Dies hat dazu geführt, dass A sich wahrgenommen fühlte und Vertrauen fand um Gefühle offen zu äussern. B hat daraufhin empathisch geantwortet und ein Bedürfnis von A angesprochen. A hat sich verstanden gefühlt und das eigene Bedürfnis (nach einer Auszeit) erkannt.

Das altbekannte Muster dieser Kommunikation wäre gewesen, dass B sofort auf das Thema eingeht und ein eigenes Beispiel einer ähnlichen Situation nennt. Dies hätte wahrscheinlich zu einer Diskussion darüber geführt, wie anstrengend Kinder sein können und nicht den Weg zu den Bedürfnissen geebnet.

 

FAZIT:

Fokussiert zuhören, auf das Gesagte eingehen, es verstehen und die Gefühle und Bedürfnisse hinter einer Aussage zu erkennen fördert eine vertrauensvolle Beziehung und schafft Nähe. Soziale Nähe ist in Zeiten körperlicher Distanzierung noch wichtiger geworden.

Übrigens, diese Art der Kommunikation kannst du auf allen Kommunikationskanälen anwenden. Sei es per Chat auf deinem Smartphone, in einem Telefonat oder bei einem persönlichen Gespräch.

 

Ich hoffe, dass dich dieser Artikel inspiriert in Zukunft bewusster zu kommunizieren. Indem du mehr auf dein Gegenüber eingehst,  wirst du deine Beziehungen vertiefen und Nähe schaffen.

 

Kommuniziere bewusst. Für uns alle.

Herzlichst

Caroline

 

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